Allgemeine Infos zu Kaninchen

Haltung

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Kaninchen sind sehr soziale Tiere. Sie dürfen niemals allein gehalten werden! Mind. zu zweit benötigen die Langohren jede Menge Platz zum springen und toben. Pro Tier sind mindestens 2m² dauerhafter Platz zur Verfügung zu stellen. Das bedeutet: für die Kaninchenhaltung muss mindestens ein Gehege von 4qm (für 2 Tiere) zur Verfügung gestellt werden. Ein handelsüblicher Käfig reicht in keinem Fall aus (auch nicht der allergrößte…)!

Im Gehege sollten verschiedene Höhen zur Verfügung stehen (Etagen, Rampen, Pflanzensteine etc.), um den Kaninchen das hüpfen auf Erhöhungen zu ermöglichen. Röhrentunnel sind ebenfalls sehr beliebt. Die Einrichtung darf immer wieder verändert werden – so wird es den Langohren nicht so schnell langweilig 😊. Suchspiele nach Leckerlies im Heu oder in selbstgebastelten Sachen kommen prima an (z.B. Bällebad).
Häuschen und Verstecke sollte genügend zur Verfügung stehen. Das Trinken aus dem Napf ist weit aus gesünder für die Kaninchen als aus der Tränke! Zudem bilden sich in einer Trinkflasche schnell Keime und Bakterien.
Viele Kaninchen sind „stubenrein“ und gehen auf eigens ausgesuchte Orte/Ecken im Gehege um dort ihr Geschäft zu verrichten. Meiner Erfahrung nach eigenen sich Käfigunterschalen (ohne Gitter!) hervorragend als Kaninchenklo. Diese sind leicht sauber zu halten und werden in der Regel gerne angenommen.

Ernährung

Ein Sprichwort besagt: Wo gefuttert wird, wird auch gesch*** 😊
Mein Tip: Sofern Sie eine große Toilette (wie z.B. eine Käfigunterschal) benutzen, geben Sie dort das Futter hinein. So können die Kaninchen futtern und ihr Geschäft verrichten – das klappt meist super!

Die artgerechte Fütterung von Kaninchen ist nicht schwer. Gutes Heu (am besten vom Bauern – ist am günstigsten und hat die beste Qualität“!) muss den Langohren immer zur Verfügung stehen. Am Besten in einer Raufe, damit sie das Heu nicht vollpinkeln können.

In den warmen Monaten ist die Fütterung von frischer Wiese und Knabberästen unglaublich beliebt. Zudem ist es eine sehr günstige Fütterung die Sie auch noch an die frische Luft bringt 😊. Es gibt ganz viele Futterpflanzen die man in der Natur findet – die Tiere würden es Ihnen danken! Sofern Sie täglich über 15 verschiedene Pflanzenarten füttern, können Sie die Ernährung komplett auf „Wiese“ umstellen. Ist Ihnen das nicht möglich, muss zusätzlich Gemüse gefüttert werden.

Frisches und abwechslungsreiches Gemüse ist ganz wichtig für die Kaninchen. Da sie kein Vitamin C speichern können, müssen Sie bei der Fütterung für eine ausreichende, tägliche Zufuhr sorgen. Erkundigen Sie sich (z.B. auf: www.kaninchenwiese.de), welches Gemüse gut und gesund für Ihre Lieblinge ist!

Getrocknetes Brot
Viele füttern getrocknetes Brot, weil man das von früher so kennt. Es hieß früher, dass die Tiere daran ihre Zähne abnutzen können (weil es ja so hart ist).
Heute weiß man, dass Brot den Kaninchen schadet! Die enthaltene Stärke macht die Tiere viel zu schnell satt. Dadurch futtern sie weniger und das widerum ist gefährlich für den Magen-Darm-Trakt, welcher ständig Futternachschub braucht. Zudem werden durch das „weniger Essen – weil schneller satt“ die Zähne zu wenig beansprucht und demnach zu wenig abgenutzt. Da das Brot so hart ist, können die Zähne außerdem brechen…

Bitte füttern Sie KEIN getrocknetes Brot, auch nicht als Leckerlie!

Kartoffelschalen
Wie beim getrockneten Brot verhält es sich auch bei den Kartoffelschalen. Es schadet Ihren Lieblingen!

Trockenfutter (Pellets)
Überall im Handel sieht man Regale voller Trockenfutter. Bunte Kringel mit glücklichen und süßen Kaninchen laden zum Kauf ein. In der Zoohandlung wird das Trockenfutter beim Tierkauf direkt mit angeboten.

Pellets sind gepresstes Futter (meist Kringel oder längliche Teile).

Vorsicht! In den allermeisten Trockenfuttermischungen (hierbei gilt meist: je bunter, desto ungesünder!) ist ein hoher Anteil von Getreide enthalten. Für Getreide gilt dieselbe Regel wie für getrocknetes Brot und Kartoffelschalen: es schadet ihrem Kaninchen!
Chronische Magen-Darm Probleme, chronische Zahnprobleme und oftmals lebensbedrohliche Aufgasungen sind die Folge.

Es gibt wenige Futtermischungen, die ohne Getreide und Pellets auskommen. Hier gilt es die Verpackung genau zu lesen!

In Verbindung mit Kohl (welchen die Kaninchen in der Regel unheimlich gerne fressen) sollte auf eine Pelletsfütterung verzichtet werden. Kohl hat eine von Natur aus leicht blähende Wirkung. Das macht den Kaninchen bei der richtigen Anfütterung i.d.R. nichts aus. Pellets zerfallen im Magen und sind sehr schwer verdaulich. Diese Mischung kann zu lebensgefährlichen Aufgasungen führen!


WICHTIG: Jedes Futter (egal ob Gemüse, Wiese, etc.) muss vorsichtig angefüttert werden! Das bedeutet, dass sie zunächst eine ganz kleine Menge geben und schauen, ob Ihre Lieblinge das Futter vertragen. Die Menge wird immer nach ca. 2 Tagen (sofern die Köttel und alles normal ist) gesteigert. Es sollten nicht mehrere Sachen gleichzeitig angefüttert werden.


 

Vergesellschaftungen

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Zunächst muss man wissen, dass Kaninchen sehr revierbezogene Tiere sind. D.h. sie verteidigen ihr Revier gegen „Eindringlinge“.
Ein unkastrierter Rammler kann mit niemandem vergesellschaftet werden – er würde ein anders Männchen (egal ob kastriert oder nicht) i.d.R. nicht akzeptieren und bekämpfen. Diese Kämpfe können lebensbedrohlich werden. Auch mit einem Weibchen kann er nicht zusammengesetzt werden, denn dann wäre der Nachwuchs vorprogrammiert. Ein männliches Kaninchen sollte bitte immer kastriert werden. Meist erholen sich die Langohren schnell von der OP und können dann ein glückliches Leben in Partnerschaft führen. Wichtig: Sie möchten einen Rammler kastrieren lassen und dann mit einem Weibchen vergesellschaften? Dann warten Sie damit bis bitte 6 Wochen nach der Kastration. Das ist die sogenannte Kastrationsfrist, in dieser ist der Rammler immer noch zeugungsfähig!

Eine Vergesellschaftung sollte möglichst auf neutralem Boden stattfinden. So hat keiner Besitzansprüche auf das Revier und die Tiere können sich auf das kennenlernen konzentrieren.
Es sollte genug Platz vorhanden sein, aber das Gehege sollte auch nicht zu groß sein. Sonst kann es passieren, dass die Kaninchen sich einfach aus dem Weg gehen und sich zwar tolerieren, aber halt auch nicht mehr….
Es sollten Versteckmöglichkeiten angeboten werden – immer mit mind. 2 Ein- und Ausgängen! Genug Futter muss vorhanden sein, dass es deswegen keinen Streit gibt. Und dann ist ganz wichtig, dass Sie sich so wenig wie möglich einmischen. Trennen Sie die Tiere nur dann, wenn es richtig blutig wird. Warten Sie ab und beobachten Sie genau – meist regelt sich alles ganz von allein. Da Kaninchen über Körpersprache kommunizieren, sieht eine Vergesellschaftung für uns Menschen meist ganz furchtbar aus. Ist es aber für die Tiere i.d.R. nicht. Jedes Einmischen von Ihnen oder gar trennen wirft die Vergesellschaftung wieder zurück.

Die Tiere können dann ins eigentliche Zuhause (sofern eines der Tiere bereits in diesem Zuhause gelebt hat), wenn zusammen gefuttert und gekuschelt wird. Das kann manchmal ganz schnell gehen, manchmal dauert es sehr lange. Vertrauen Sie auf Ihr Bauchgefühl! Sollten alle Tiere neu zu Ihnen kommen, kann die Vergesellschaftung natürlich direkt im künftigen Gehege stattfinden.

Auch bei mir können Vergesellschaftungen stattfinden! Da ich mit den Urlaubsgehegen neutralen Boden biete kann während einer Betreuung problemlos vergesellschaftet werden.

Viele stellen sich die Frage: Welche Geschlechterkombi passt am besten? Das kann man bei Kaninchen nicht so pauschal sagen! Manche behaupten, dass die Kombi Mädel-Mädel gar nicht geht. Ich hatte bereits so eine Kombi und die hat wunderbar funktioniert! Es kommt bei den Kaninchen tatsächlich einfach auf den Charakter an!

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